„Von Kindern, Zwergen und anderen Größen" ist der Titel einer großen Sonderausstellung mit Karikaturen von Manfred Bofinger im Kulturhistorischen Museum der Hansestadt Stralsund, die am Freitag eröffnet wurde.
155 Originalzeichnungen des bekannten und beliebten Künstlers können in den Räumen des Katharinenklosters bewundert werden. Aus seinem umfangreichen Lebenswerk kommen hier ausschließlich Karikaturen zur Ausstellung.
Das weitere Schaffen, besonders als Grafiker, Illustrator und Kinderbuchautor kann nur auszugsweise in Vitrinen dokumentiert werden. Denn Bofingers kaum noch überschaubare Bibliografie umfasst weit über 300 illustrierte Bücher, Bastelbögen, Kalender, Postkartenbücher, Programmhefte, Spielkarten und besonders auch Plakate.
Der Titel der Ausstellung greift den seines zweiten Karikaturenbandes auf, der noch 1989 erschien. Er beschriebt am besten und umfassendsten das satirische Lebenswerk von Manfred Bofinger.

Es sind schließlich die Karikaturen zu Kindern, Eltern, Lehrern, Wichtigtuern, Besserwissern und Bornierten die uns besonders im Gedächtnis geblieben sind. Die Besucher können sich auf eine kurzweilige Begegnung der heiteren und erfrischenden Art mit den Bildern eines prominenten Zeichners freuen.

Die Ausstellung wurde speziell für Stralsund in Zusammenarbeit mit der Agentur CARTOONCOMMERZ NI&CO zusammengestellt. Es sind Blätter aus 40 Jahren kreativen Schaffens von 1965 - 2005 zu sehen.
Im kommenden Jahr hätte „Bofi“, wie ihn alle liebevoll nennen, seinen 70. Geburtstag im Kreise seiner vielen Freunde feiern können, wäre er nicht schon 2006 auf tragische Weise gestorben. Das Kulturhistorische Museum zeigt jetzt schon eine umfangreiche Vorausschau und erinnert damit an einen großen ostdeutschen Klassiker des Humors und der Satire.

Die Ausstellungseröffnung am Freitag wurde deshalb auch zu einem herzlichen Treffen der Familie, Freunde und Fans von Bofinger werden. Aus diesem Anlass hielt auch der langjährige Freund und westdeutsche Klassiker der Komischen Kunst – F.W. Bernstein die Laudatio zu seinem geschätzten Berufskollegen. F.W. Bernstein ist Mitbegründer der Satirezeitschriften „Pardon“ und „Titanic“ und wird der so genannten, legendären „Neuen Frankfurter Schule“ zugerechnet. Er war von 1984 bis zu seiner Pensionierung 1999 bisher einziger Professor für Karikatur und Bildgeschichte in Deutschland an der Hochschule der Künste Berlin. Darüber hinaus führte er nach der Wende über Jahre hinweg einen „grafischen Briefwechsel“ mit Bofinger, aus dem mehrere gemeinsame Bücher und Ausstellungen entstanden.