Museumsdirektorin Dr. Eva Jandl-Jörg - Foto © Roland Schmidt

Pressemitteilung des Museums

Ein Museumsjahr mit neuer Leitung – Direktorin zieht erste Bilanz

Am 365. Tag nach ihrem Dienstantritt zog die Direktorin Dr. Eva Jandl-Jörg eine erste Bilanz: Das Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst Hannover hat binnen eines Jahres einen großen Sprung nach vorne gemacht und einen aktiven Vernetzungsprozess in der Stadtgesellschaft begonnen. Für 2024 sind drei große Sonderausstellungen geplant, die ein breites Spektrum an Themen abdecken.


Die Direktorin hat seit dem 1. Februar 2023 viel bewegt. Es entstanden neue Ausstellungsformate in frisch konzipierten Räumen des Gäste- und Kinderzimmers sowie Beteiligungen an aktuellen Aktionsformaten wie dem Aufhof, ein modernisiertes Bildungs- und Kunstvermittlungsprogramm, neue Kooperationen mit Playern wie der Universität und der Hochschule Hannover, dem Debattierclub, der Stadtbibliothek Hannover etc. Das Ziel ist, das Museum Wilhelm Busch als wichtigen Platz der Auseinandersetzung in der Stadtkultur zu positionieren. „Als Museum sehen wir uns zugleich als Ort der Diskussion und des Austauschs. Dafür öffnen wir unser Haus, schaffen verschiedene Räume zum Verweilen und bauen ein passgenaues Vermittlungsprogramm auf.“ sagt Jandl-Jörg.

Die Ausstellungsräume Gästezimmer und Kinderzimmer stoßen auf sehr gute Publikumsresonanz. Im Gästezimmer war vier Monate lang die Ausstellung des Kaktus Cartoon Award mit Karikaturen zu Klimawandel und Klimagerechtigkeit zu sehen, die besonders viele Schulklassen, Hortgruppen und Studierende anzog. Der Erfolg des Kinderzimmers lässt sich auch daran ablesen, dass immer mehr Familien dort ihre Zeit gemeinsam verbringen, um mit ihren Kindern in Büchern zu schmökern, zu malen oder sich von den Bildern an den Wänden anregen zu lassen. Mit diesen Formaten gelingt es, vermehrt junge Menschen für das Programm und die Ausstellungen des Museums zu begeistern.

In den Sammlungsräumen wird aktuell ein zusätzlicher Raum mit Schlaglichtern aus der Comicgeschichte eingerichtet: Zu sehen sind u. a. Originale von Rodolphe Töpffer, Wilhelm Busch, Rudolph Dirks oder Charles M. Schulz sowie Buch-Comics von Walt Disney, Hergé und Art Spiegelman bis hin zu Mangas wie Sailor Moon. Parallel dazu entsteht ein Leseraum mit Comicliteratur.

Für 2024 sind drei große Ausstellungen geplant, die jeweils von kleineren Schauen in den Gästezimmern und dem Kinderzimmer begleitet werden:

 

AnPFIFF! Schweiß und Leidenschaft auf dem Rasen
16. März bis 14. Juli 2024

© Bettina Bexte: Halbzeitpause

Mit der Ausstellung anPFIFF! Schweiß und Leidenschaft auf dem Rasen teilt das Museum Wilhelm Busch die Begeisterung für den Fußball im Vorfeld der EM – und zwar mit seinem ureigensten humoristischen und kritischen Blick. Die Ausstellung zeigt viele Facetten des Fußballs, vor allem auch das gesellschaftliche Spielfeld dieses Sports in der Alltagskultur.

Neben dem ironischen Zugang zum Sport beschäftigen sich die Zeichner*innen mit großen Werten wie Teamgeist, Toleranz und Respekt. Gleichzeitig tauchen auch Phänomene wie Hooliganismus, explodierende Spielergagen, rassistische Übergriffigkeit, Homophobie und der Diskurs um die Ungleichbehandlung der Geschlechter auf. Die Werke von z. B. Bettina Bexte, BURKH, Volker Ernsting, Greser & Lenz, Gerhard Haderer, Ruth Hebler, Rudi Hurzlmeier, Til Mette, Christoph Niemann, Peng und Pepsch Gottscheber bringen garantiert jede*n zum Lachen – vielleicht auch ein bisschen zum Nachdenken.



Die lieben Nachbarn! Deutschland und Österreich – eine Freundschaft
26. Juli bis 17. November 2024

© Manfred Deix: Österreich - Urlauberparadies für Deutsche - 1997

Der Österreicher unterscheidet sich vom Deutschen durch die gemeinsame Sprache!
(Karl Farkas)
Diese Ausstellung macht sich auf die Suche nach dem, was die Piefkes von den Ösis trennt; und womöglich finden wir sogar etwas was uns verbindet. Deutsche und Österreicher sprechen zwar dieselbe Sprache, aber meinen sie auch immer dasselbe? Uns verbinden ein paar Gemeinsamkeiten, aber es gibt auch viele Unterschiede. Ob wir uns wirklich mögen, ist nicht immer klar. In unserer Ausstellung nähern wir uns diesen Komplexitäten der Nachbarschaft mit Komik und Satire. Es geht um existenzielle Fragen wie: Wie kocht Deutschland, und warum können es die Ösis besser? Was denkt der Österreicher, wenn die Deutschen wieder die Skipisten überrennen? Wer ist größer – Mozart oder Beethoven? Zugspitze oder Großglockner? Moin oder Servus? Polt oder Haderer?


 

PENG und HU. Sprechstunde der Herzen
30. November 2024 bis 23. März 2025

 

© Peng: Das muss Kunst sein

PENG und HU steht für das Duo Günter Mayer und Rudi Hurzlmeier. Die befreundeten Künstler und Cartoonisten haben unter anderem für das Projekt HIRAMEKI zusammengearbeitet. Das gleichnamige Buch wurde in 14 Sprachen übersetzt und ist in 4. Auflage ein weltweiter Erfolg.
Sie kennen HIRAMEKI nicht? Doch! HIRAMEKI ist japanisch und bedeutet Geistesblitz. Es ist die besondere Kunstform, mit der zufällige Farbklecksereien durch ein paar Federstriche zum Leben erweckt werden. Der HIRAMEKI-Raum wird zum Herzstück der spannenden Ausstellung der beiden Künstler PENG und HU. 

PENG, der österreichische Illustrator und Cartoonist, für dessen Zeichenstift nichts zu heilig ist, wird vorwiegend großformatige gesellschaftskritische wie zeitlose Cartoons präsentieren.

HU, der Maler und Cartoonist, zeigt freie Zeichnungen und erstmals seine FOTOS TO GO. Für das pferdebegeisterte Hannoveraner Publikum stellt er eine Reihe von humoristischen Pferdebildern zusammen.


 

Ausstellungen 2024 in den Ausstellungsräumen Gästezimmer und Kinderzimmer

parallel zur Ausstellung anPFIFF:

Philip Waechter: Sehr berühmt!

Wir präsentieren im Gäste- und Kinderzimmer Originalillustrationen von Philip Waechter zu
seinem bezaubernden Fußballbuch Sehr berühmt und zu seiner neuesten Arbeit zusammen mit Arnd Zeigler, Arnd Zeiglers wunderbares Fußballbuch, im Januar 2024 erschienen.

 

Ein Ort. Irgendwo

Nie zuvor waren weltweit so viele Menschen auf der Flucht. Mit dem Karikatur-Wettbewerb ‘Ein Ort. Irgendwo’ hatte der Verein Exile-Kulturkoordination international Künstlerinnen und Künstler aufgerufen, ihre Erfahrungen, Eindrücke und Sichtweisen zum Thema Flucht und Migration in künstlerischer Form einzusenden. 319 Zeichner*innen aus 64 Ländern haben teilgenommen. Die Karikaturen illustrieren das breite Spektrum des Themas Flucht und Migration, die Schwierigkeiten, Hürden und den Schmerz, die Heimat und Familie zu verlassen, sowie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, auf Unterstützung und Akzeptanz. Die Ausstellung präsentiert in einer Auswahl 32 eindrucksvolle Arbeiten.


parallel zur Ausstellung Die lieben Nachbarn:

Nicolas Mahler

Vom mehrfach ausgezeichneten Comic-Zeichner und Illustrator Nicolas Mahler (*1969) zeigt das Museum die witzig-böse Tour durch das Leben des österreichischen Autors Thomas Bernhard und eine Hommage an die Schauspielerin Romy Schneider und an Romy Schneiders Filme, die Mahler dazu alle neu angesehen hat.
Der Künstler publiziert seine Zeichnungen regelmäßig z. B. in der Titanic, Die Zeit, NZZ am Sonntag oder Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Aktuell sind die Bücher Kafka für Boshafte und Komplett Kafka erschienen.

 

© Nicolas Mahler: Thomas Bernhard über die Österreicher


parallel zur Ausstellung PENG und HU:

Ladislav Kondor

Der slowenische Karikaturist Ladislav Kondor (1901–1963) wird erstmals mit einer Schau in Deutschland geehrt. Um Menschen zu karikieren, reiste Kondor durch 36 Länder und über drei Kontinente. Er zeichnete Staatsoberhäupter, Prominente und Reiche ebenso wie Landstreicher, Arbeiter und Kleinbürger. Seine Werke sind psychologische Studien, die die charakteristischen äußeren Züge mit der Persönlichkeit und Seele der Modelle verbindet. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Kondor wegen seiner Karikaturen zu Hitler und Mussolini inhaftiert.


Homepage vom Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur & Zeichenkunst - www.karikatur-museum.de