Es gibt dieses ungeschriebene „Gesetz“ der ersten 100 Tage, die man Personen in neuen Führungspositionen gewähren soll bevor man ein erstes Fazit zieht. Seit nun 67 Tagen ist der neue Nebelspalter online unterwegs. Ja den gibt´s noch. Aber da er sich einerseits eisern hinter einer Paywall versteckt und andererseits einfach nicht wirklich auffällt merkts kaum jemand. Von der ursprünglichen Idee, einen Schweizer "Canard enchaîné" zu schaffen, eine Mischung aus Satire, Karikatur und Comedy einerseits - und tagesaktuellen Journalismus andererseits, ist bisher nur der zweite Teil zu erkennen:
Tagesaktueller, rechts-bürgerlicher Journalismus.

Wer Satire sucht muss sich mit mäßig witzigen Memes begnügen oder neuerdings mit einem ehemaligen Satiriker und Neoquerdenker, welcher nun als Gesellschafts-Spalter über die Coronamassnahmen herziehen darf. Realsatire in ihrer tragischsten Form.

A propos Realsatire. Man weiß beim neuen Onlineprodukt nie so genau: „Meinen die das nun Ernst oder ist es doch noch so eine Art Satire?“
Der Versuch aus dem Nebelspalter, seit jeher Inbegriff der Satire, ein Politmagazin von rechts-bürgerlich-konservativen Kräften zu zimmern ist schon jetzt gewaltig in Schieflage geraten. Jene wenigen übrig gebliebenen an Bord, die noch Ahnung haben von waschechter Satire, kommen wie es scheint nicht wirklich zu Wort.

Der Bierernst des neuen Onlineauftritts bestätigt eine vollständige Entkernung der alten Satirezeitschrift.
Nach 147 Jahren reichte ein einziger Tag - Donnerstag, 18. März 2021 - um dem traditionellen Nebelspalter (welcher entgegen aller Behauptungen der neuen Führungsriege eben gerade nie ein rein bürgerliches Blatt war, sondern bis vor kurzem tatsächlich einfach pluralistisch) den Stecker zu ziehen.

100 Tage wollte ich der neuen Truppe geben, aus Neugierde und weil es angeblich dieses ungeschriebene „Gesetz“ geben soll…
67 Tage sind vergangen. Mehr als genug. Nach 24 Jahren und 3 Monaten der mehr oder minder regelmäßigen Mitarbeit ist wie in kürzester Zeit für einige gute Nebi-Kolleginnen und Kollegen nun auch für mich der Zeitpunkt überfällig:

Bye bye Nebelspalter.

Oder um der so oft immer wieder gestellten Frage: „Gibt es den Nebelspalter noch?“ zumindest für Satire-Kenner*innen die nun finale Antwort zu geben: „Nein!“ „Die ewigen Jagdgründe haben ihn als Mitglied aufgenommen.“

ABER! Wer braucht schon den Nebelspalter? Eben. Darum: www.wer-braucht-schon-satire.ch ?

Beitrag vom Cartoonlobbyisten swen (Silvan Wegmann) via Facebook.

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